Sonntag, 26. September 10 um 21:25 Alter: 7 Jahr(e)

Sechs Mal läuten die Glocken für Nazi-Opfer


Stetten: 70 Jahre danach gedenken Diakonie, Kirchen und Bürger der in Grafeneck ermordeten Menschen. Von Eva Herschmann

Vierhundertdrei Stühle mit Stoffüberzügen werden am 5. November, dem zentralen Gedenktag in Kernen, zwischen dem Schloss auf dem Gelände der Diakonie Stetten und dem Kirchplatz aufgereiht. Auf den Hussen aufgedruckt sind Namen, Geburts- und Sterbedaten sowie Herkunftsorte von 403 Opfern des Nazi-Regimes. "Wir wollen den Toten ihren Namen zurückgegeben", sagt Eberhard Kögel, Vorsitzender des Vereins Allmende und Mitglied im "Arbeitskreis Gedenken 2010". Von September bis Dezember werden eine Reihe von Veranstaltungen an die Frauen, Männer und Kinder erinnern, die in den berüchtigten grauen Bussen in die Tötungsanstalt Grafeneck deportiert und ermordet wurden.

Mehr als 100 000 Psychiatriepatienten und behinderte Menschen wurden in den Gaskammern der sechs Tötungsanstalten durch SS-Ärzte und SS-Pflegekräfte mit dem giftigen Kohlenmonoxid umgebracht. Genau 10 654 kranke und behinderte Menschen starben im Jahr 1940 in Grafeneck bei Münsingen auf der Schwäbischen Alb. Erst kurz zuvor, am 15. Oktober 1939, war das in Besitz der Samariterstiftung Stuttgart befindliche "Krüppelheim Grafeneck" von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden. Binnen weniger Monate wurde das Samariterstift in eine Tötungsanstalt verwandelt. "Landespflegeanstalt Grafeneck" hieß die Einrichtung nun.

Lesen Sie weiter im Artikel aus der Fellbacher Zeitung vom 01.09.2010



 
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